Wie ich Kreativität im Alltag finde: Schreiben, Malen und Familie verbinden

Kreativität im Alltag: Klischees vs. Realität

Autoren, die stundenlang im Kaffeehaus sitzen, gedankenverloren in die Ferne blicken und schließlich in ekstatischer Schreibwut über ihren Notizblock herfallen. Maler, die niemals ohne Staffelei das Haus verlassen, mit Pinsel hinterm Ohr und farbverzierten Hosenbeinen.
Schöne Klischees – aber wie realistisch sind sie?

Die Wahrheit ist: Kreativität hält sich an keine Arbeitszeiten und keine perfekten Szenarien. Sie passiert mitten im Alltag – zwischen Familie, Terminen und Alltagsaufgaben.

Kreativität braucht keinen Raum – nur Aufmerksamkeit

Das Wunderbare an kreativer Arbeit ist, dass sie nicht immer physischen Raum einnimmt. Vieles passiert im Kopf – und das darf jederzeit geschehen:

  • im Wartezimmer beim Kinderzahnarzt

  • beim Blick aus dem Zugfenster

  • auf einem Spaziergang

  • oder während man das Abendessen kocht

Nach der Geburt meines Sohnes habe ich gelernt, jede freie Minute zu nutzen. Kaum waren die kleinen Äuglein zugefallen, stand der Laptop auf dem Tisch, und ich tippte los. Später kam das Malen dazu. Mittlerweile ist mein Sohn in der Schule – und während er lernt, bin ich kreativ. Das ist meine Zeit.

Von der Nachteule zur Tageskreativen

Hätte mir jemand früher gesagt, dass ich tagsüber kreativ sein könnte, ich hätte gelacht. Schreiben funktionierte für mich nur nachts.
Heute jongliere ich Kreativität mit:

  • Schulzeiten

  • Arztterminen

  • Einkäufen und Organisation

  • und meiner Behinderung, die seit zwei Jahren meinen Alltag prägt

Trotz aller Herausforderungen ist Kreativität mein Rettungsanker. Schreiben hilft, Emotionen zu verarbeiten. Malen bringt Flow und Entspannung. Nichts erdet mich mehr als kreative Arbeit.

Mini-Einheiten, die Großes bewirken

Kreativität braucht keinen Marathon – oft reichen schon kleine Einheiten:

  • 20 Minuten Schreiben

  • kurze Skizzen im Notizbuch

  • Mini-Routinen, die Inspiration erlauben

Auch kleine Schritte bringen Projekte voran. Kontinuität statt Perfektion lautet die Devise.

Der größte Kreativitätskiller: Druck

Was nicht funktioniert, ist Kreativität mit Gewalt in einen überfüllten Tag zu pressen.
Manchmal geht es einfach nicht – und das ist in Ordnung.

  • Sei freundlich mit dir selbst

  • Akzeptiere unproduktive Tage

  • Nutze kreative Momente, wenn sie da sind

  • Lass los – es muss nicht alles perfekt sein

Kreativität ist kein Wettlauf – sie ist ein Zuhause. Gib ihr Raum, wann immer sich ein Zeitfenster öffnet. Und hör niemals auf, sie auszuleben.

Meine Tipps, um Kreativität im Alltag zu fördern

  1. Kleine kreative Inseln schaffen: Wartezeiten, kurze Pausen, Spaziergänge

  2. Regelmäßige Mini-Einheiten: 15–20 Minuten gezielt kreativ arbeiten

  3. Werkzeuge griffbereit halten: Skizzenbuch, Laptop, Aquarellfarben

  4. Routine, aber flexibel: Plane Zeit, aber setze dich nicht unter Druck

  5. Inspiration bewusst suchen: Orte, Menschen, Musik, Natur

  6. Kreativer Austausch: Mit anderen über dein (und ihr) Schaffen sprechen – das inspiriert und motiviert

Also, bleib kreativ!

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