Was mir Malen und Schreiben geben – auch wenn nichts dabei herauskommt
Es gibt Tage, da male ich und bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden.
An anderen Tagen schreibe ich Textschnipsel auf, notiere Titelideen oder starre lange auf ein leeres Dokument.
Aber auch das gehört dazu.
Auch das ist Teil des kreativen Prozesses.
Warum man ohne Unproduktivität nicht produktiv sein kann
Ständig produktiv sein zu müssen, erzeugt Druck. Eine Menge Druck.
Und nichts ist ein größerer Kreativitätskiller als genau dieser Druck.
Da tut es manchmal richtig gut, etwas zu tun ohne bestimmtes Ziel.
Ohne Auftrag.
Ohne Perfektionswahn.
Kommt dabei etwas Gutes heraus? Großartig.
Kommt dabei nichts Brauchbares heraus? Umso besser – denn dann entsteht Raum.
Raum zum Lernen. Zum Reflektieren. Oder einfach dafür, es gut sein zu lassen.
Was wir in dieser vom Schaffen und Erschaffen besessenen Welt oft vergessen, ist ein altbekanntes Prinzip:
Der Weg ist das Ziel.
Oder vielleicht auch: Die Linie ist das Bild. Das Wort ist die Geschichte.
Kreativ sein reicht
Kreativ zu sein ist alles, was es braucht.
Nicht nachdenken, sondern tun.
Die eigentliche Freude am Erschaffen liegt oft gar nicht im Ergebnis, sondern im Schaffen selbst.
Im Flow.
Im Vor-sich-hin-werkeln.
Beim Malen wird mein Kopf leise
Wenn ich den Drang verspüre zu malen, aber keine Ahnung habe, was, dann greife ich zu meinem Skizzenbuch.
Ich skizziere, probiere, teste neue Materialien oder Techniken.
Aquarell eignet sich wunderbar dafür, Dinge im wahrsten Sinne des Wortes laufen zu lassen.
Die Farbe hat ihren eigenen Willen – und den darf man ihr auch lassen.
Schreiben ordnet, auch wenn kein Buch entsteht
Nicht jede Szene muss bleiben.
Und trotzdem ist es gut, sie festzuhalten.
Manches schreibe ich, um es loszuwerden.
Manches, um etwas zu verstehen.
Manches, um Gefühle zu sortieren, die sonst keinen Platz haben.
Dass am Ende kein neues Kapitel entsteht, bedeutet nicht, dass die Arbeit umsonst war.
Loslassen bringt Leichtigkeit
Befreit man sich von dem Zwang, immer etwas „Sinnvolles“ tun zu müssen, gewinnt man Leichtigkeit.
Und Leichtigkeit bringt Freude.
Ich erlaube mir, kreativ zu sein, ohne Ziel.
Ohne Veröffentlichung.
Ohne Bewertung.
Und genau so entsteht oft das, was später doch bleibt:
ein Gedanke, eine Stimmung, eine Idee, die irgendwann ihren Weg findet.
Kreativität darf einfach da sein
Nicht jedes Bild muss gezeigt werden.
Nicht jeder Text muss gelesen werden.
Manchmal reicht es, dass ich es für mich geschaffen habe.